Nominiert für den Deutschen Hörbuchpreis 2008 in der Kategorie: Beste Fiktion
Haben Sie eine Frage zu diesem Hörbuch oder möchten Sie eine Bestellung absenden, klicken Sie bitte hier auf Alle Titel und dann das betreffende Titelbild. Am Ende dieser Seite finden Sie den Button Eigenschaften & Warenkorb.
Sprecher:
Otto Sander (als "Barclay")
geboren am 30. Juni 1941 in Hannover. Schulbesuch in Hannover und Kassel; Mitglied eines Schülertheaters. Nach dem Abitur 1961/62 Wehrdienst bei der Bundesmarine. 1962-64 Studium der Theaterwissenschaft, Germanistik, Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte und Philosophie in München mit dem Ziel, Regisseur zu werden. Zeitgleich ab 1964 nimmt er Schauspielunterricht an der Otto-Falckenberg-Schule und arbeitet nebenher an der Studiobühne der Universität, am Theater 44 und als Kabarettist am Rationaltheater. 1965 wird Otto Sander von der Schauspielschule verwiesen, weil er einen Komparsenauftritt versäumt hat, er besteht kurz danach die Abschlußprüfung als Externer. Es folgt ein erstes Engagement an den Kammerspielen in Düsseldorf. 1967/68 Engagement am Heidelberger Stadttheater. 1968 holt ihn Hansjörg Utzerath an die Freie Volksbühne Berlin, wo er die Rolle des vierjährigen Fritzchen in Philippe Adriens „Sonntags am Meer“ unter der Regie von Claus Peymann verkörpert. Zwei Jahre später wechselt er zu Peter Stein an die Berliner Schaubühne am Halleschen Ufer, der er von 1970 bis 1979 als festes Ensemblemitglied angehört. Seit 1979 arbeitet Otto Sander an verschiedenen Bühnen ohne festes Engagement. Für seine Darstellung in „Death Detroit & Destruction“ unter der Regie von Robert Wilson wird er mit dem Kritikerpreis des Verbandes der deutschen Kritiker ausgezeichnet. Im gleichen Jahr wählt ihn die Zeitschrift „Theater heute“ zum Schauspieler des Jahres.1981/82 wendet er sich zusammen mit Peter Fitz den Werken Samuel Becketts zu. Otto Sander fährt nach Paris um Beckett persönlich kennenzulernen und um sich von ihm die Erlaubnis zu holen, den Roman „Mercier und Camier“ inszenieren zu dürfen. Der Schriftsteller kritzelt auf ein Stück Papier die Erlaubnis. „Mercier und Camier“ wird auf der Bühne in der Sander-Fitz-Bearbeitung viele Jahre ein großer Erfolg. Doch auch die Begegnung mit dem eigensinnigen Schriftsteller bleibt für Otto Sander nicht ohne Folgen: „Becketts Weltsicht hat Sanders Faible für die Einsamkeit verstärkt“, schreiben die Autoren Klaus Dermutz und Karin Meßlinger in ihrem Buch: Otto Sander – Ein Hauch von Anarchie darf schon dabei sein…Neben seiner Theaterarbeit ist Otto Sander in zahlreichen wie ebenso beeindruckenden Filmrollen zu sehen, wie z.B. „Das Boot“ von Wolfgang Petersen, Volker Schlöndorffs "Die Blechtrommel", Wim Wenders „Himmel über Berlin“ oder „Sass-Die Meisterdiebe“ von Carlo Rola.
Neben seinen blauen Augen und den oft melancholischen Gesichtszügen ist seine markante Stimme ein weiteres Markenzeichen. Ob als begnadeter Vorleser von Ringelnatz, Morgenstern, Beckett oder Fontane, ob in einer kleinen Fernseh- oder großen Kinorolle, ob im „Jedermann“ bei den Salzburger Festspielen oder als Krapp in Becketts „Das letzte Band“. Otto Sander ist ein Meister seines Fachs und zugleich einer der beliebtesten und einzigartigsten Hörspielsprecher des Landes.
Manfred Steffen (als "Felipe")
wurde am 28. Juni 1916 als Manfred Ludolf Steffen in Hamburg geboren; in der Hansestadt verbrachte er auch seine Kindheit und Jugend. Gleich nach dem Abitur ließ er sich ab 1937 von dem langjährigen Intendanten des Hamburger Thalia Theaters, Willy Maertens, zum Schauspieler ausbilden. 1939 gab er sein Bühnendebüt in Oberhausen. Weitere Verpflichtungen führten den jungen Schauspieler an das Aachener Stadttheater, wo er ab 1941 zwei Jahre lang zum Ensemble gehörte. 1943 wechselte er bis Kriegsende nach Dresden, danach war er zunächst als Nachrichtensprecher bei „Radio Hamburg“ tätig. Seit der Spielzeit 1947/48 ist Manfred Steffen Mitglied des Hamburger Thalia Theaters, in dem er für mehr als fünf Jahrzehnte seine künstlerische Heimat fand und dessen Ehrenmitglied er heute ist.
Sehr schnell profilierte sich Manfred Steffen zum bedeutenden Charakterdarsteller. Während seiner Karriere verkörperte er eindrucksvoll mehr als 250 Bühnenrollen. Er glänzte mit Titelrollen wie in James Saunders' Schauspiel „Ein Eremit wird entdeckt“ (1975), in Zuckmayers „Der Hauptmann von Köpenick“ (Regie: Boy Gobert/1977) oder in Molières „Der eingebildete Kranke“ (1984), interpretierte den Postmeister in Gogols „Der Revisor“ (1960) oder den Polonius in Shakespeares „Hamlet“ (1968) ebenso eindrucksvoll wie den Freiherr von Stetten in Ödön von Horvaths Komödie „Zur schönen Aussicht“ (1980). Über die Theaterszene bekannt und populär wurde Manfred Steffen nicht zuletzt durch Film und Fernsehen: Er übernahm u. a. Rollen in den Kinofilmen „Dr. Crippen lebt“ (1957), „Die Nacht vor der Premiere“ (1959), „Geliebte Hochstaplerin“ (1961) und in der Operettenverfilmung „Frau Luna“ (1964).
August Everding besetzte ihn in „Als wär's ein Stück von mir“ (1976, nach Zuckmayer), Frank Guthke in „Die Gerechten“ (1981, nach Camus), als vitaler Altenheimbewohner Albert tauchte der Schauspieler in „Die Schönste Liebesgeschichte des Jahrhunderts“ (1991) auf, der im durchorganisierten Alltag des Seniorenhauses mit seinen unkonventionellen Ideen immer wieder für Aufregung sorgt. Im gleichen Jahr spielte er in Hartmut Griesmayrs Komödie „Einer für alle“ (1991) den alten Wilhelm, der seinen Lebensabend im Seniorenheim „Seid Getrost“ verbringt.Vor allem mit seinen eindringlich gespielten Altersrollen bleibt Manfred Steffen dem Zuschauer mit seiner ruhigen, fast sanften Spielweise, die oft mit einem hintergründigen Humor einhergeht, ebenso in nachhaltiger Erinnerung wie mit seiner unverwechselbaren Stimme. In den letzten Jahren hat sich der Schauspieler vermehrt auf seine Arbeit beim Hörfunk und auf ambitionierte Audioproduktionen konzentriert. Durch seine markante Stimme ist er geradezu prädestiniert für die Arbeit an Hörspielen. Er hat inzwischen in mehr als 300 Hörfunkproduktionen mitgewirkt. So heißt es in einer Rezension zu seinen Lesungen: Suggestion des Sprachzaubers, Kunst ohne Künstelei. Steffen benutzt die Stimme so erfinderisch wie ein Musiker das Instrument. Und er entwirft ganze Partituren für dieses Instrument.
Manfred Steffen wurde mehrfach für seine Leistungen ausgezeichnet: Unter anderem erhielt er 1968 den „Albert-Bozenhard-Ring“. Eine besondere Anerkennung finden seine Sprachaufnahmen auf denen er in einer großen Bandbreite Romane, Erzählungen und vor allem Märchen vorstellt. Hierfür erhielt er den „Preis der Deutschen Schallplattenkritik“.
Wir trauern um Manfred Steffen
Der bekannte Schauspieler und Hörspielsprecher Manfred Steffen ist am 22. Januar 2009 im Alter von 92 Jahren in Hamburg gestorben. Seine sonore, altmeisterliche Stimme lieh er auch der Figur "Felipe" in unserem Hörspiel Barclay & Felipe und schuf damit einen hintergündigen und feinsinnigen Humor, der von vielen Kritikern und Hörern anerkannt und sehr geschätzt wurde. Manfred Steffen wird uns sehr fehlen.
Regie:
Hans Gerd Krogmann
geboren am 1. Juni 1935, ist Autor zweier Romane und mehrerer Hörspiele, seit 1979 arbeitet er als freier Hörspiel-Regisseur und führte Regie bei über 450 Hörspielen. Mehrere seiner Produktionen wurden ausgezeichnet, so erhielt er 1987 für das Stück „Drei Männer im Feld“ von Ludwig Harig (WDR 1986) den renommierten „Hörspielpreis der Kriegsblinden“. Weitere Produktionen wurden als „Hörspiel des Jahres“, „Hörspiel des Monats“ gekürt, oder kamen in die ARD-Auswahl für den begehrten „Prix Italia“. Hans Gerd Krogmann ist einer der bekanntesten Hörspielregisseure in Deutschland und versteht sich als künstlerischer Anwalt des Autors und des Wortes. Er ist Mitglied der Akademie der Darstellenden Künste.
Autor:
Peter Eckhart Reichel
wurde am 27. Juni 1957 in Dresden geboren. Ab 1978 erste literarische Arbeiten (darunter erste Hörspielmanuskripte wie „Ubu Rex Saxonia“ frei nach Alfred Jarry (damals beim DDR-Rundfunk natürlich nicht realisierbar). 1980: Gründung einer freien Theatergruppe „Die jungen Sinnlosen“; Auftritte in Privatwohnungen mit einer Stückfassung von „Ubu Rex Saxonia“ bis zur erzwungenen Auflösung der Gruppe als Folge einer Denunziation durch einen „IM“ des MfS.1981 bis 1985 entstehen mehrere Theaterstücke, Hörspielmanuskripte und weitere Texte, wie „Der Denunziant“, „Auf dem Weg nach Bitterfeld“, „Wem das Stündlein schlägt“ oder „Die Depression hält an“. Alle diese Texte sind in der DDR nicht publizierbar. 1985: 1. Antrag auf Ausreise aus der DDR. Anschließend Tätigkeiten als Friedofsgärtner und Totengräber.Im Frühjahr 1988 Übersiedlung nach Westdeutschland. Es entstehen zw. 1989 bis heute hauptsächlich Hörspiel- und Theatertexte, wie: „Die jungen Sinnlosen“, „Kowalskis große Liebe“, „Der Schnitt“, „Made in Heaven“, „Die Schwanenritter“, „Taxi zu Kleist“, „Selbstbildnis mit auslaufendem Kopf“, „Enquête sur l´amour“, „Im Palast um 4 Uhr früh“, „Die Unheiligen von den Brücken“, „Die Begierde“, „Feinde“ (nach Reinhard Lettau), „Reverso“ (Krimi in 2 Teilen), „Kain und Abel im Chatroom“ und die Theaterstücke „Die dritte Zeit“, „Enquête sur l´amour – Die Gespräche der Surrealisten um André Breton über Sexualität“ und in einer aktualisierten Neufassung „Ubu Rex Saxonia“.1996 produziert der damalige SFB das Hörspiel: „Barclay & Felipe“. Seit 1997 ist Peter Eckhart Reichel Mitglied im Verband deutscher Schriftsteller (VS). Im gleichen Jahr entstand sein Rundfunkfeature „Kein Goi“ – Kurt Gerron / Der Lebensweg eines vergessenen Unterhaltungskünstlers (Deutschlandradio Köln). 1999/2000: „Nein ernst, als ob das komisch wär“ - Kabarettistisches um Ringelnatz (SR/BR). Seit 2001 arbeitet er auch als freier Hörbuchproduzent und Audioregisseur. Es entstehen u.a. die Hörbücher: „Solo für ein Mannequin von Grieneisen“ – Hommage an Valeska Gert, „Die Entstehungsgeschichte der Dreigroschenoper“, „Der große Munkepunke - Die lyrisch-groteske Welt des Alfred Richard Meyer“ oder „Das fabelhafte Leben der Josephine Baker“. Einige dieser Produktionen wurden für die Hörbuchbestenlisten von hr2 nominiert oder als „Hörbuch des Monats“ durch das Seminar für Allgemeine Rhetorik der Eberhard-Karls-Universität Tübingen ausgezeichnet.
Hörspielmusik:
Die Musik zu diesem Hörspiel stammt u. a. von folgenden Komponisten und Interpreten: Mathias Rüegg, Vienna Art Orchestra, Igor Strawinsky, New London Chamber Choir, Lauren Newton, Wolfgang Puschnig, Werner Pircher, Richard Wagner, New York Philharmonie, David Weinstein und John Zorn.
© hoerbuchedition words & music Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit schriftlicher Genehmigung durch hoerbuchedition words & music.
powered by rgShops.
