Bitte helfen Sie uns diese Liste der vom Aussterben bedrohter Wörter zu vervollständigen. Wenn Ihnen ein bedrohtes Wort und dessen Bedeutung und oder Herkunft einfällt, teilen Sie es uns einfach per E-Mail mit: info@words-and-music.de
Labsal: ein Synonym für Wohltat, Erquickung, Erholung. Der Begriff wurde 2006 zum viertschönsten bedrohten Wort der deutschen Sprache gewählt und jüngst erneut von Literaturnobelpreisträger Günter Grass in einem SPIEGEL-Interview als schützenswertes Wort hervorgehoben.
Adebar: Bezeichnung des Storches in Märchen und Fabeln z.B. in Grimms Märchen.
Pinökel: ein kleines Ding, ein Pickel im Gesicht, eine winzige Beule, ein Nippel und vieles mehr. Das Wort ist vermutlich eine Eindeutschung des englischen Begriffs Pin für Nadel oder Stift.
Aufs Geratewohl: etwa - seinen spontanen Impulsen mit Optimismus folgen. (Dank an Frau Ch. Druve)
Nolens Volens: steht für „Ob jemand will oder nicht“ – Im Sinne von „unfreiwillig“, „wohl oder übel“ oder „notgedrungen“. Dieser Begriff wird heute nur noch sehr selten verwendet.
Etepetete sein: ist eine umgangssprachlich verwendete Redewendung, die besonders im nördlichen Teil Deutschlands, vor allem im Berlinischen bekannt ist und für eingebildet sein steht. Die Redewendung entspringt möglicherweise dem Französischen.
Humbug: (kommt aus dem englischen), bedeutet Quatsch.
Pampelmuse: ist die größte aller Zitrusfrüchte und wird oft mit der Grapefruit verwechselt. Das Wort Pampelmuse wird auch als scherzhaft-ironische Bezeichnung von verweichlichten oder übersensiblen Menschen verwendet. Die englische sowie französische Bezeichnung der Frucht geht auf den Kapitän Shaddock zurück, der im 17. Jh. diese Südfrucht in die Karibik einführte.
Maleschen: bedeutet Ärger oder Unannehmlichkeiten. Die Herkunft könnte aus dem französischen Wort „malaise“abstammen.
Sozialstaat: (20.Jh.) auch Wohlfahrtsstaat genannt - war eine der größten Errungenschaften der politisch-sozialen Gesellschaftsnormen innerhalb einiger demokratischer Staatsformen, hat sich leider selbst ausgeschöpft.
Hoffart: (<12.Jh.) Mhd. hochvart "die vornehme (hohe) Art zu Leben (Fahrt), mit einer Ableitung zu 'fahren' in einer allgemeinen Bedeutung 'leben, sich befinden' (siehe auch Wohlfahrt). Die Bedeutung wurde bald ins Negative gekehrt (Hochmut, Übermut, eitler Aufwand usw.)"
Tonträgerfachhandel: Veraltetes Wort für Saturn, Hansa und Media Markt
Müßiggang: Nichtstun. Bedeutete ursprünglich das Aufsuchen der Muße.
Dünken: Ahnen, vermuten. Herkunft bezeugt in den mittelhochdeutschen Formen dünken, dunken „scheinen, einleuchten, leuchten“, die ihrerseits dem Althochdeutschen dunchen „den Anschein haben“ entstammen.
Schindluder treiben: jemanden schlecht behandeln. Ein "Schindluder" ist das gefallene Vieh oder ein todkrankes Tier, das zum Schinder (Abdecker) kommt. "Luder" hieß das Fleisch von gefallenem Vieh, das als Lockspeise für Raubwild verwendet wurde.
Brandschatzen: Begriff aus dem Militärischen (Mittelalter), ursprünglich bedeutete es eine Stadt oder Ortschaft zu erpressen und mit dem Inbrandsetzen zu drohen. Gleichzeitig wurde ein "Schutzgeld" verlangt. Eine gebrandschatzte Stadt konnte also gegen Lösegeld verschont werden.
Mittenmang: In der berlinischen Variante für mittendrin schwingt das Wort „mang“ aus dem Französischen mit.
Pekuniär: (bildungssprachlich), geldlich, finanziell.
Bambule: Radau, laut vorgetragener Protest, Unruhe. Dieses im Französischen noch geläufige Wort (la bamboula) ist in der deutschen Sprache nur noch selten zu hören.
Lorke : (berlinisch), sehr dünner Kaffee.
Muckefuck: war ein kaffeeähnliches (koffeinfreies) Getränk, das aus einer Mischung von verschiedenen Getreidesorten hergestellt wurde und meist auch Zichorie enthielt.
Kaffeesatz: sind die nach der Kaffeezubereitung zurückbleibenden Reste der gemahlenen Kaffeebohnen.
Ober: ein Kellner im Restaurant. „Herr Ober, ein Bier, bitte!“ So kennt man es aus dem 20. Jahrhundert.
Sommerfrische: Nach dem Wörterbuch der Brüder Grimm ein Erholungsaufenthalt von Städtern auf dem Lande zur Sommerzeit.
Münzfernsprecher: das Münztelefon ist (oder fast schon war) der Öffentlichkeit zugänglich, an Straßen und Plätzen aufgestellt sowie in höherer Dichte an Verkehrsknotenpunkten wie Bahnhöfen und Flugplätzen. Mit der Abschaffung der Telefonzelle verschwindet auch der Münzfernsprecher immer mehr.
Wählscheibe: Im analogen Zeitalter eine der wichtigsten Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine (Telefon).
Bandsalat: ein in der Mechanik des Tonbandgerätes verheddertes Magnetband.
Lichtspielhaus: alte Bezeichnung für Kino.
Kleinod: allgemein: 1) kostbares Schmuckstück; 2) Kostbarkeit.
Labsal: ein gehobenes Synonym für Wohltat, Erquickung, Erholung.
Blümerant: umgangssprachlich; Im 17. Jahrhundert breitete sich von Frankreich aus das Blassblau (bleu mourant, wörtlich übersetzt „sterbendes Blau“) als Modefarbe aus. Daraus entwickelte sich später die übertragene Bedeutung für etwas, das Unwohlsein hervorruft.
Hanebüchen: unglaublich oder derb; das Wort stammt von „Hainbuche“ oder „Hagebuche“ und meint, dass jemand oder etwas grob und klotzig ist wie das Holz dieser Pflanze.
Fisimatenten: „Visitez ma tente!“, „Besuchen Sie mein Zelt!“; der wahrscheinlichste Ursprung ist zum Beispiel in der volkstümlichen Erklärung zu entdecken. Soldaten hätten diese Einladung zur Zeit der Besetzung des Rheingebiets durch Napoleons Truppen an junge deutsche Frauen gerichtet.
Mumpitz: ab dem 17. Jahrhundert wurde so eine Schreckgestalt oder auch Vogelscheuche bezeichnet. Heute steht das Wort umgangssprachlich für „Unsinn“, wird aber immer seltener verwendet.
Pfennig: ist eine alte deutsche Münze, die bis zur Euro-Bargeldeinführung im Jahre 2002 Bestand hatte.
Kinkerlitzchen: ist im Berliner Volksmund die Bezeichnung für ein wertloses Schmuckstück.
Kokolores: Belegt ist das Wort im Südhessischen Wörterbuch (Bd. III, 1977) als „unglaubwürdiges Gerede, Unsinn, törichtes Geschwätz, dummes Zeug“, auch als „Durcheinander“ oder als „Spaßmacher“. Die Deutung bleibt offen, vermutet wird auch eine Verbindung zu „gaukeln“.
Zähre: poetische Bezeichnung für Träne.
Fatzke: so bezeichnet der Berliner einen wichtigtuerischen Menschen.
Hain: kleines Wäldchen. Das Wort entstand im 14. Jahrhundert aus mittelhochdeutsch hagen für „gehegter Wald“.
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