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Texte der klassischen Moderne/Musik der Gegenwart » Die Psychologie der Erbtante

Die Psychologie der Erbtante

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Erich Mühsam 1878-1934

 

war einer der markantesten und literarisch fruchtbarsten Vertreter des deutschen Anarchismus. Seine Anschauungen verschmolzen Postulate anarchistischer Theoretiker mit Elementen des bürgerlichen Individualismus zu einem theoretisch kaum reflektierten „Gefühlsanarchismus“, der vor allem vom Autoritätshaß und durch tief empfundene Verbundenheit mit den sozial Benachteiligten belebt wurde. 

Mühsam versuchte der Bohemekultur einen politischen Inhalt zu geben und sie mit seiner anarchistischen Mission zu vereinigen. 1904/08 "Wanderjahre", Aufenthalte in Zürich, Ascona (Monte Verità), Norditalien, München, Wien, Paris; ab 1909 ansässig in München. Gründung der "Gruppe Tat" zwecks Agitation des Subproletariats für den Anarchismus; 1910 verhaftet und wegen Geheimbündelei angeklagt (Freispruch). Zentralfigur der Schwabinger Boheme, befreundet mit Heinrich Mann, Frank Wedekind, Lion Feuchtwanger und vielen anderen. Ab 15. 9. 1915 verheiratet. Nach Ausbruch des 1. Weltkriegs Versuche, einen internationalen Bund der Kriegsgegner zu gründen. Ab 1916 Sympathien für die Spartakusgruppe. 1916/18 Mitorganisator von Protesten und Streiks gegen den Krieg. Nach dem Sieg der Bolschewiki in Rußland linke Opposition zur Münchner USPD um Kurt Eisner. Ab März 1918 Internierung in Traunstein. Am 7. 11. 1918 führend an der revolutionären Massenerhebung in München beteiligt; radikaler Verfechter des Rätesystems; prägte als populäre Leitfigur den Verlauf der Revolutionsereignisse bis zur Bayerischen Räterepublik mit (Reden, Aufrufe, Programme). Am 13. 4. 1919 verhaftet; verurteilt zu 15 Jahren Festungshaft (Ebrach, Ansbach, Niederschönenfeld). Im September 1919 Eintritt in die KPD; Austritt im November 1919; Entwurf eines proletarisch-revolutionären Einigungsprogramms "links von den Parteien". Nach Amnestierung am 21. 12. 1924 in Berlin ansässig. Mitglied der Roten Hilfe Deutschlands; intensiver Einsatz als Redner, Publizist und Unterhändler. 1925 Ausschluß aus der Föderation Kommunistischer Anarchisten Deutschlands wegen seiner Nähe zur KPD. Als Wortführer der "Anarchistischen Vereinigung" Mitarbeit in vielen linken und antifaschistischen Organisationen, 1927/28 im künstlerischen Beirat der Piscator-Bühne Berlin. Wachsende Verbitterung über Spaltung und politische Ohnmacht der Linksparteien gegenüber dem Erstarken des Nationalsozialismus. 1931 Ausschluß aus dem Schutzverband Deutscher Schriftsteller. In der Nacht des Reichstagsbrandes wurde Erich Mühsam verhaftet und 1934 von einer bayrischen SS-Wachmannschaft des KZ Oranienburg ermordet.

 Sprecher:

Gerd Wameling 

wurde 1948 in Paderborn geboren, er absolvierte seine Schauspielausbildung an der Folkwangschule in Essen. Sein erstes Engagement erhielt er am TAT (Theater am Turm) in Frankfurt am Main. Dort entdeckte ihn Peter Stein und holte ihn 1974 nach Berlin an die Schaubühne, deren renommiertem Ensemble Gerd Wameling fast 20 Jahre lang angehören sollte.
Gerd Wameling fand in der Schaubühne ein Theater, das radikal im Ansatz und in seinem Anspruch war und jenseits jeder Art von Beiläufigkeit. Die Inszenierungen hatten Ereignischarakter, erweckten weltweit Interesse, und dieses Theater wurde eine Zeitlang zur Pilgerstätte aller Theaterbegeisterten und zum Synonym für ein Ensemble einzigartiger Schauspieler.
Um nur wenige Aufführungen der Schaubühnenprojekte zu nennen, in denen Gerd Wameling mitspielte: Sommergäste (Regie: Peter Stein), Die Wupper (Regie: Luc Bondy), Shakespeares Memory (Regie: Peter Stein), die Botho-Strauß-Stücke Trilogie des Wiedersehens (Regie: Peter Stein), beide Teile von Death, Destruction & Detroit (Regie: Robert Wilson), Amphitryon (Regie: Klaus Michael Grüber), Kirschgarten (Regie: Peter Stein).1992 verlässt Gerd Wameling das Ensemble der Schaubühne und arbeitet seither frei. 1993 und 1994 konnte man ihn bei den Salzburger Festspielen in Coriolan (Regie: Deborah Wamer) und Das Gleichgewicht (Regie: Luc Bondy) erleben.
Einem breiten Publikum ist Gerd Wameling vor allem als Staatsanwalt Dr. Fried aus der SAT l-Serie Wolffs Revier bekannt. 1993 wurde er mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet. Unter der Regie erstklassiger Regisseure spielte Gerd Wameling ein weites Spektrum an Rollen, u.a. in den Spielfilmen In weiter Ferne so nah (Regie Wim Wenders), Sexy Sadie (Regie Matthias Glasner), in den ZDF-Krimireihen Bella Block (Regie Max Färberböck) und Sperling (Regie Juraj Herz), in der ZDF-Reihe Frauen morden leichter die Folge Gesammelte Werke (Regie: Thorsten Näter), in der ARD-Reihe Lauter tolle Frauen – Mit 50 küssen Männer anders (Regie: Margarethe von Trotta). Gerd Wameling hat außerdem in vielen Hörspielen für den Rundfunk und in Hörbuchproduktionen mitgewirkt. Seit 1981 unterrichtet Gerd Wameling an der Universität der Künste in Berlin und am Mozarteum in Salzburg. Im Mai 2005 hat ihn die UdK Berlin zum ordentlichen Professor berufen.

 Musik: 

Johannes Roloff  Piano 

wurde 1957 in Berlin geboren. Seit 1964 im Klavierspiel ausgebildet, studierte er zwischen 1977 und 1983 Klavier in Berlin und München. Er unternahm Konzertreisen nach Japan, Korea, Kanada, Russland, Mexiko, Brasilien und in die Schweiz und arbeitete mit verschiedenen Orchestern als Solist zusammen (u.a. Berliner Symphoniker, RSO Berlin, Orquestra Camara Bellas Artes Mexico City, Seoul Sinfonietta, Philharmonisches Orchester Kaliningrad). Neben seiner Tätigkeit als Pianist hat er sich auch einen Namen als Schöpfer von Film- und Bühnenmusiken gemacht, z.B. für das Theaterstück Operette von Witold Gombrowicz (1987) und für den Zeichentrickfilm Der kleine Prinz (1990). Seit 1991 arbeitet Johannes Roloff als Arrangeur, musikalischer Leiter und Pianist mit dem deutsch-schweizerisch-bulgarischen Comedy-Trio "Geschwister Pfister" zusammen. In den vergangenen Jahren kamen acht Bühnenshows zur Aufführung sowie die Operette Im weißen Rössl, eine Adaption des Grimmschen Märchens vom "Schneewittchen" unter dem Titel The Voice of Snow White und die Boulevardkomödie Therapie Zwecklos.

Kompositionen von:

Sergej Prokofjew (1891-1953) 

erhielt seinen ersten Klavierunterricht von seiner Mutter, die ihn auch bei seinen frühen Kompositionsversuchen ermutigte. Nachdem er seine musiktheoretischen Kenntnisse – vornehmlich mit Hilfe von Reinhold Glière – vertieft hatte, bestand er 1904 die Aufnahmeprüfung am St. Petersburger Konservatorium.
Den Unterweisungen Rimski-Korssakows (Instrumentation) und den 1909 beendeten Studien Ljadows (Komposition) wusste er nur wenig abzugewinnen; erst durch die sich anschließende pianistische Ausbildung bei Annette Jessipowa und insbesondere durch die Dirigierkurse bei Nikolai Tscherepnin wurde die künstlerische Entfaltung des eigenwillig-selbstbewussten Schülers merklich gefördert, der zu dieser Zeit bereits mit avantgardistischen, heftig umstrittenen Kompositionen allgemeines Aufsehen erregte.
Seine zweite Studienphase schloss Prokofjew 1914 mit dem Vortrag seines 1. Klavierkonzertes als Jahrgangsbester ab.
Nach dem Examen lernte er in London die neueren, ihn stark beeindruckenden Werke Igor Strawinskys kennen. Auch knüpfte er hier dauerhafte Kontakte zu Sergej Diaghelew, der ihm den ersten Auftritt außerhalb Russlands (Rom 1915) ermöglichte. 1918 verließ Prokofjew mit Billigung der sowjetischen Behörden seine Heimat. Während der folgenden Jahre kämpfte er – zunächst mit wechselndem Erfolg – in Amerika und Westeuropa um seine Anerkennung als Komponist. In Chicago wurden 1921 die Oper „Die Liebe zu den drei Orangen“ und das 3. Klavierkonzert uraufgeführt. In Paris, wo sich Prokofjew 1923 schließlich niederließ, produzierten Diaghelew bzw. S. Lifar seine Ballette in den Jahren 1921-32.
Die Instrumentalwerke fanden Eingang in das Repertoire namhafter Interpreten, und seinen Ruf auch als Pianist festigte Prokofjew durch ausgedehnte Konzertreisen. Bei der ersten Tournee durch die UdSSR (1927) war Prokofjew – inzwischen eine herausragende Persönlichkeit des internationalen Musiklebens – begeistert gefeiert worden, was dazu beigetragen haben mag, dass er die Verbindungen zur russischen Heimat allmählich wieder intensivierte. 1936 kehrte er mit seiner Familie sogar endgültig dorthin zurück. Die Tendenzen der stalinistischen Kulturpolitik waren indessen schwer abzuschätzen. Trotz seines Bemühens, den parteioffiziellen ästhetischen Maximen zu genügen, fanden seine teilweise auch politisch motivierten Kompositionen nicht immer ungeteilte Zustimmung. Darüber hinaus wurde Prokofjew bei der Schdanow-Kampagne gegen den „Formalismus“ 1948 zu einem Hauptschuldigen erklärt. Neben seiner höchst angegriffenen Gesundheit waren es gewiss derartige Anfeindungen, die ihn veranlassten, sich während seiner letzten Lebensjahre immer häufiger in sein Landhaus bei Moskau zurückzuziehen.
Er starb am 5. März 1953, am selben Tag wie sein größter ideologischer Peiniger- Stalin.

 

 


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